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ERSTAUFLAGE/1223: Inhaltliche Zusammenfassung von Nr. 3356 (SB)


Wim Vandemaan

Die elektrische Kirche

Perry-Rhodan-Heft Nr. 3356


An Bord des PHOENIX, Lakk Hashum, 10./11.11.2255 NGZ

Reginald Bull, der den PHOENIX kommandiert, ist zusammen mit Liam Barstow und Meg Ontares auf der Suche nach dem Sternwürfel, in dem sich Gucky befinden muss. Da Anzu Gotjian vom rapiden Zellverfall bedroht ist, wenn die 62 Jahre währende Wirkung ihrer Zelldusche erlischt, hat sie sich einen Monat vor diesem Zeitpunkt in Suspension begeben. Ihr Körper existiert derzeit also schon seit dreieinhalb Jahren in einem entstofflichten Zustand.

Nachdem sich Phoenix, das ursprüngliche Bordgehirn des PHOENIX, geopfert hatte, um seine Crew und die Leun-Völker der Agolei vor einer Entstofflichung zu retten, war es Liam Barstow noch gelungen, aus einer Transportkopie seines Bewusstseins ein neues Bordgehirn zu kreieren. Es nennt sich Sky und ist ausgesprochen neugierig und redselig.

Um herauszufinden, wo sich der von dem Ennu Malor Aelor geraubte Sternwürfel befindet, hatte man die Hilfe der Wyconder angenommen, die ihre Archive durchforstet haben, um einen Hinweis darauf zu finden, wer wissen könnte, wie man den Sternwürfel aufspüren kann. Dabei kam heraus, dass die Vorfahren der Wyconder den Bau des Sternwürfels nicht alleine vollbrachten. Sie hatten von jemanden, der nur noch als Legende in den Aufzeichnungen auftaucht, entscheidende konstruktive Hilfe erhalten. Terrybor, die Anführerin der Wyconder, meinte, dieser stellare Architekt müsse ein genialer Problemlöser gewesen sein, bei dem es sich um eine bewusstseinsfähige Maschine handeln könnte. Außerdem habe dieser herausragende Baumeister einem Volk namens Lannat'han eine Welt geschenkt. Sie nannte den Galaktikern Koordinaten eines kosmischen Ortes, der mit dieser Legende in Verbindung stand. Dorthin ist der PHOENIX nun unterwegs.

Am 10.11.2255 NGZ erreicht man im galaktischen Leerraum die genannten Koordinaten. Sky ortet einen Bereich mit einem Durchmesser von eineinhalb Lichtwochen, in dem etwas ist, von dem er nicht genau sagen kann, was. Es sind keine Energieemissionen oder höherdimensionale Kräfte. Man fliegt näher heran und entdeckt eine Wolke aus Trillionen Objekten, die technischen Ursprungs sind. Sie treten in den unterschiedlichsten Formen und Größen auf. Eine Funktion lässt sich daraus nicht erschließen. Im Zentrum der Wolke wird ein Komplex entdeckt, der von den Technoiden isoliert ist - ein etwa erdgroßes planetoformes Objekt, das von einer Kunstsonne umkreist wird. Auf ihm lebt das Volk der Lanathan - humanoide Geschöpfe mit übergroßen Augen und zwei Händen an jedem Arm.

Die Technik dieser Zivilisation ist rein mechanischer Art, es gibt keinerlei Energieemissionen. Alles, was mit Elektrizität zu tun hat, ist verpönt. Jeder Versuch, naturwissenschaftliche Einsichten zu gewinnen, die zum Gebrauch von Kräften wie der Elektrizität und in Folge zum Bau von Maschinen führen und hernach eine technische Zivilisation herbeiführen könnte, wird als Erschütterung der sozialen Basis angesehen und im Keim erstickt. Eine elitäre Kaste sogenannter Ghuspoden dra Noxx wachen darüber, dass jeder Gedanke, es könnte Elektrizität geben, unterdrückt wird. Diese Gewährsleute der Beständigkeit gehen mit drakonischen Strafen gegen Abweichler vor, die sie kurzerhand erschießen.

Dass sich dennoch die real-elektrische Kirche bilden konnte, eine Bewegung, die den Glauben verbreitet, die unsichtbare aber wirksame Elektrizität wäre eine natürliche Erscheinung, liegt auch daran, dass mitunter etwas aus dem sogenannten Zinngestöber (der Techno-Wolke) herausfällt und gefunden wird. Für die Anhänger dieser Religion bedeutet der Sachverhalt, dass das Zinngestöber den Ghuspoden dra Noxx zufolge einen Schutzwall darstellt, dass Lakk Hashum nicht einzigartig sein kann. Denn vor was sollte der Schutzwall schützen, wenn es kein Außen gäbe?

Der PHOENIX entnimmt mit dem Fiktivtransmitter aus der Techno-Wolke mehrere Technoiden, die man untersuchen will. Die Entnahme bleibt nicht unbemerkt. In ihrer unmittelbaren Nähe kommt es zu einer elektrischen Entladung. Die Untersuchung ergibt, dass die jüngsten Technoiden 350, die ältesten 500.000 Jahre alt sind. Einige sondern Staub ab, der sich zwischen ihnen verteilt. Die Technoiden und ihr Staub scheinen eine Art Gasse zu bilden, die wie eine Einladung wirkt. Reginald Bull geht das Risiko ein, möglicherweise in eine Falle zu fliegen.

Der Kunstplanet durchmisst 14.007 Kilometer, ist zu drei Fünftel mit Wasser und zwei Fünftel mit Land bedeckt und besitzt eine atembare Atmosphäre. Reginald Bull und Meghan Ontares lassen sich per Fiktivtransmitter auf ihn versetzen, um im Schutz von Deflektoren Erkundigungen einzuholen.

Die Lanathan nennen ihre Welt Lakk Hashum - die Welt im Weiten oder die Weite Welt. Bull und Ontares kehren zurück und machen Maske, um mit den Lanathan in Kontakt treten zu können. Nur so können sie herausfinden, ob die Einwohner etwas über einen Erbauer der Welt oder eine Legende darüber wissen und wo sie zu finden ist. Tatsächlich gibt es das Rasscayat, das Rühmenswerte, von dem geschrieben wurde - die Legende. Es soll sich nicht auf Lakk Hashum, sondern jenseits des Lichtbrunnens (der Kunstsonne) im Zinngestöber befinden.

Bull und Ontares kommen zu dem Schluss, dass man an weitergehendes Wissen nur über die Ghuspoden dra Noxx herankommt. Sie lassen sich den Weg zu einem von ihnen beschreiben. Doch als sie dort ankommen, fallen ihre SERUNS aus. Sie sind in eine Art Dämpfungsfeld geraten, das der terranischen Technik überlegen ist. Die Lanathan, bei der sie sich nach der Legende und der real-elektrischen Kirche erkundigt haben, hat sie an den Ghuspoden dra Noxx Laupp Udun verraten. Sie werden betäubt. Ontares kann sich noch schnell genug ein Gegenmittel spritzen und mimt ihre Bewusstlosigkeit nur. Reginald Bull wird gefangengenommen und abgeführt. Meg Ontares kann eine Lanathan überwältigen und sie dazu zwingen, ihr den Weg zum Tempel zu zeigen, wohin man Bull gebracht hat und wo sie etwas über die Legende erfahren könnte.

Unterdessen versuchen Liam Barstow und Sky an Bord des PHOENIX herauszufinden, welchen Zweck die Technoiden-Wolke hat, aber sie kommen zu keiner Lösung. Sie entdecken, dass die Technoiden auf Partikelebene miteinander verschmelzen können. Sie führen eine Art Kristallzellteilung durch und bilden sozusagen eine Technoid-DNS. Doch zu was soll das führen? Parodiert da jemand biologisches Leben? Liam Barstow ist der Ansicht, dass die gesamte Techno-Wolke neuronale Strukturen aufweist. Sie scheint ein riesiges Techno-Gehirn zu sein. Und die elektrischen Entladungen, die bei der Entnahme der Technoiden auftraten, könnten eine Sprache sein. Sky findet heraus, dass es die wenig ermutigende Frage ist: "Was wollt ihr Eindringlinge hier?"

Reginald Bull ist vollkommen nackt, weil ihm die Maske und der SERUN entrissen wurden. Er wird verhört und gefoltert, dennoch versucht er, herauszufinden, wer hinter der real-elektrischen Kirche steckt. Er behauptet, ein Besucher aus einer entlegenen Region Lakk Hashums zu sein, doch Laupp Udun missfällt, dass er so anders aussieht als die Lanathan. So etwas darf es gar nicht geben. Am besten, man eliminiert diese Missgeburt. Reginald Bull schließt mit seinem Leben ab ...

19. Dezember 2025


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