ROBIN WOOD magazin - Nr. 167/4.25
Umweltreport
Wie ein Sägewerk am Rande der rumänischen Karpaten zur Zerstörung
der letzten Urwälder beiträgt
von Jana Ballenthien, Robin Wood-Waldreferentin
Wald
Der aktuelle ROBIN WOOD-Umweltreport legt die dramatische Zerstörung der letzten Urwälder in den rumänischen Karpaten durch die holzverarbeitende Industrie offen. Am Beispiel des Sägewerks in Sebes (Kreis Alba) am Rande der Karpaten macht der Report anschaulich, was zu der großflächigen Waldzerstörung geführt hat. ROBIN WOOD fordert strenge Kontrolle und konsequente Ahndung von Gesetzesverstößen in der Holzwirtschaft. Das Verfeuern von Urwaldholz in Kraftwerken muss gänzlich unterbunden werden.
In Rumänien stehen etwa zwei Drittel der größten und noch weitgehend unberührten Urwälder Europas, darunter die größten zusammenhängenden Buchenurwälder. Diese wertvollen Ökosysteme sind massiv bedroht: Bereits zwischen 2000 und 2014 verlor Rumänien 361.068 Hektar Wald, fast die Hälfte davon in Nationalparks und anderen Schutzgebieten.
Seit 2003 wurde allein für das Sägewerk in Sebes, das zunächst HS Timber, dann der Ziegler Group und nun Kronospan gehört, nach Berechnungen von ROBIN WOOD eine Waldfläche abgeholzt, die mit über 144.000 Hektar einer Fläche etwas größer als das Saarland entspricht. Das Sägewerk verarbeitet nach Recherchen der Environmental Investigation Agency auch Holz aus Schutzgebieten, Nationalparks und Natura 2000-Gebieten!
Der Report zeigt entlang einer Recherche von Agent Green, dass das staatliche Holzverfolgungssystem SUMAL 2.0 erhebliche Sicherheitslücken aufweist und illegalen Einschlag sowie Korruption und Betrug nicht wirksam unterbinden kann. Dies führt dazu, dass große Mengen wertvoller Urwälder unwiderruflich zerstört werden.
Die Urwälder Rumäniens sind die wichtigste grüne Lunge in Europa. Die Besitzer des Sägewerks in Sebes haben bislang dazu beigetragen, diese Lunge zu zerstören. Das muss ein Ende haben! Die zuständigen Behörden in Rumänien und der EU müssen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und den neuen Besitzer Kronospan genau unter die Lupe nehmen.
Das in Sebes verarbeitete Holz wird nicht nur stofflich genutzt, sondern auch zu Pellets verarbeitet sowie in zwei werkseigenen Holzkraftwerken verbrannt. Pro Jahr sind dies nach Hochrechnungen von ROBIN WOOD rund 550.000 Tonnen Holz. Der wertvolle Wald wird somit im wahrsten Sinne des Wortes verheizt.
Dies trägt erheblich zur Eskalation der Klimakrise bei. Noch viel zu wenig im Blick der Öffentlichkeit ist dabei, dass rund ein Fünftel dieses Holzes nur verfeuert wird, um das Sägewerk selbst mit Energie zu versorgen.
Bildunterschrift der im Schattenblick nicht veröffentlichten
Abbildung der Originalpublikation:
Protest im März 2024 am Hauptsitz der Ziegler Group in Deutschland.
ROBIN WOOD fordert von den Unternehmen und der Politik ein striktes
Einschreiten gegen illegalen Holzhandel und einen wirksamen Schutz der
Wälder
Weiterführende Informationen:
Report zum Download:
https://www.robinwood.de/sites/default/files/robin-wood-saegewerk-report-rumaenien.pdf
ROBIN WOOD-Kampagne "Rumänische Urwälder schützen":
https://www.robinwood.de/rumaenische-urwaelder-schuetzen
Artikel mit Abb. zum Download:
https://www.robinwood.de/sites/default/files/robinwood-magazin-167-4-2025.pdf
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Quelle:
ROBIN WOOD-Magazin Nr. 167/4.25, Seite 20-21
Zeitschrift für Umweltschutz und Ökologie
Verlag:
ROBIN WOOD-Magazin
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veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 12. Dezember 2025
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