Civaka Azad - Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V.
Pressemitteilung vom 24. Januar 2026
Kobanê unter Belagerung: Fünf Kinder an Kälte gestorben
In der Stadt Kobanê an der syrisch-türkischen Grenze spitzt sich die humanitäre Lage dramatisch zu. Die Armee des islamistischen Präsidenten Syriens, Ahmed Al-Sharaa, belagert die Stadt seit Donnerstag. Der Kurdische Rote Halbmond (Heyva Sor a Kurd) meldet heute den Tod von fünf Kindern infolge der extremen Kälte und dem Zusammenbruch der Versorgung in der Stadt. Die Vereinten Nationen bestätigen die Notlage. Der Kurdische Rote Halbmond fordert das sofortige Ende der Belagerung und eine schnelle Versorgung Kobanês mit Medizin, Lebensmitteln und Treibstoff.
Mako Qocgiri von der Informationsstelle Civaka Azad zur Lage vor Ort: "Hilfsteams sind einsatzbereit, Lager und Materialien stehen bereit - doch wegen der Belagerung durch Al-Sharaas Truppen kann die Hilfe die Menschen nicht erreichen. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, die Belagerung unverzüglich zu durchbrechen und alle Zufahrtswege nach Kobanê zu öffnen, sodass die humanitäre Hilfe sofort beginnen kann. Dass Kinder infolge von Kälte sterben, während die Welt tatenlos bleibt, ist beschämend. Öffnet die Wege, lasst uns gemeinsam Leben retten!"
Die Vereinten Nationen bestätigen die katastrophale Lage Kobanês. Am Freitag erklärte der stellvertretende Sprecher des UN-Generalsekretärs, Farhan Haq, alle Zufahrtsstraßen nach Kobanê seien derzeit geschlossen; Ausfälle bei Strom, Wasser und Internet behinderten den Zugang der Bevölkerung zu grundlegenden Diensten. Humanitäre Partner berichteten zudem von Engpässen bei Nahrungsmitteln und sowie Medikamentenmangel.
Nach Angaben des Kurdischen Roten Halbmonds flüchten derzeit viele Menschen trotz der katastrophalen Lage nach Kobanê. Gleichzeitig kommt es zu einer starken Binnenflucht: Familien aus dem Umland versuchen wegen anhaltender Kämpfe in die Stadt zu gelangen - während die Versorgung durch eine erstickende Abriegelung weiter zusammenbricht. Viele Menschen müssten im Freien oder in Autos übernachten; zuletzt seien auch Kommunikationswege wie Internet und Telefon stark eingeschränkt worden.
Das gezielte Abschneiden lebensnotwendiger Infrastruktur und die Abriegelung einer Zivilbevölkerung kann den Tatbestand schwerer Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht erfüllen. Auch Vertreter*innen der Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens werten die systematische Unterbrechung von Wasser, Strom und Kommunikationsdiensten als gravierenden Rechtsbruch und fordern internationales Eingreifen, um einen humanitären Korridor für die Stadt Kobanê einzurichten.
Freiheit ist nicht verhandelbar: Offene Briefe aus Kultur und
Öffentlichkeit fordern Solidarität mit Rojava
https://civaka-azad.org/freiheit-ist-nicht-verhandelbar-offener-brief/
Schreiben an Bundestagsabgeordnete zur aktuellen Lage in Rojhilat &
Iran
https://civaka-azad.org/schreiben-abgeordnete-rojhilat-iran/
*
Quelle:
Civaka Azad - Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V.
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
E-Mail: info@civaka-azad.org
Internet: www.civaka-azad.org
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 30. Januar 2026
Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang