Ausländische Arbeitskräfte protestieren gegen ihre unmenschliche Behandlung
Sie forderten gleiche Arbeitsbedingungen und die Achtung ihrer Menschenrechte
von Gerhard Feldbauer, 30. Januar 2026
In Italien beschäftigte ausländische Arbeiter haben am Donnerstag in landesweiten Protesten auf ihre unmenschliche Behandlung aufmerksam gemacht, gleiche Arbeitsbedingungen und die Achtung ihrer Menschenrechte gefordert. Dutzende Vereine, Organisationen sowie soziale und politische Gruppen hatten gemeinsam mit der Basis-Gewerkschaft Unione Sindacale di Base (USB) dazu aufgerufen. Das kommunistische Magazin Contropiano berichtete, dass in Rom, Catania, Acate, Salerno, Foggia, Neapel, Perugia, Ancona, Piacenza, Lodi und Livorno Tausende Menschen für diese Forderungen auf die Straße gingen.
Unter ihnen waren Vertreter der Bewegung für das Recht auf Wohnen, der Migranten- und Flüchtlingsbewegung von Neapel, der Vereinigung für Rechtsstudien zur Einwanderung und Progetto Diritti, die in ihren Erklärungen anführten, dass es sich um Millionen ehrlicher, hart arbeitender Bürger handelt, die zum BIP unseres Landes beitragen, unsere Qualitätsprodukte fördern, unser Steuersystem unterstützen, zum gesamten tertiären Dienstleistungssektor beitragen und vor allem denjenigen, die vom öffentlichen Gesundheitssystem vernachlässigt werden, eine Hilfe sind. Die USB prangert an, dass all diese Arbeiter neben der mitunter brutalen Ausbeutung am Arbeitsplatz auch Misshandlungen durch den italienischen Staat ertragen müssen, was sie zwingt, in ständiger existenzieller Unsicherheit zu leben.
In landwirtschaftlichen Privatunternehmen werden sie wie Sklaven behandelt und leben in Unterkünften ohne sanitäre Einrichtungen. Die Kosten dafür werden vom kümmerlichen Lohn einbehalten. Auf den Reisfeldern, den Olivenplantagen oder den Obsthainen müssen sie ohne Pausen in der sengenden heißen Hitze von früh bis spät über zwölf Stunden schuften. In der Region Abruzzen werden sie in Perugia in den frühen Morgenstunden, wie die Plattform Collettiva der CGIL-Gewerkschaft aufdeckte, an Sammelstellen "wie Tiere zusammengetrieben, auf Transporter verladen und dann auf die Felder gebracht, wo sie bis zu zehn, elf Stunden am Tag auf verschiedenen Bauernhöfen in der Umgebung arbeiten, teilweise für nur drei Euro pro Stunde."
Rund die Hälfte der Landarbeiter in Italien sind Migranten. Sie leben oft in prekärsten Verhältnissen und arbeiten unter sklavenähnlichen Bedingungen. Die Zeitung Manifesto berichtete, dass bei Foggia in der Region Apulien rund 2.000 Landarbeiter in den Baracken des "Ghettos" von Torretta Antonacci leben müssen. Bei Foggia in Süditalien ernten die Menschen für zwei bis drei Euro pro Stunde Obst und Gemüse, obwohl der gesetzliche Branchenmindestlohn sieben Euro pro Stunde beträgt. Nach einem Bericht der NGO "Save the Children" befinden sich unter diesen Landarbeitern auch zahlreiche Minderjährige. Sie können, wie Contropiano im Januar berichtete, keinen Arzt aufsuchen, weil sie schwarz und ohne Versicherung arbeiten, und haben kein Geld für Medikamente. Erschreckend hoch ist der Anteil ausländischer Arbeiter an den jährlich Hunderten von Toten am Arbeitsplatz, so Collettiva, weil sie in aller Regel unter noch weniger zumutbaren Bedingungen arbeiten müssen.
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Quelle:
© 2026 by Gerhard Feldbauer
Mit freundlicher Genehmigung des Autors
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 30. Januar 2026
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